Kolumne

Die heiße Frage: Was muss in die Reiseapotheke?

Der Sommer rückt unaufhaltsam näher und damit auch die Reisezeit. Damit Ihre Apothekenkunden mit einem sicheren Gefühl auf Reisen gehen, können Sie sie mit einer gut abgestimmten Reiseapotheke unterstützen. Doch was ist hier zu empfehlen?

An erster Stelle steht sicherlich immer ein schmerzstillendes und fiebersenkendes Mittel, also wahlweise Paracetamol oder Ibuprofen. Auf Acetylsalicylsäure sollte wegen der blutungsverlängernden Wirkung verzichtet werden. Auch Pflaster und Desinfektionsmittel zur Versorgung von kleineren Verletzungen dürfen nicht fehlen.

Das sollte in keiner Reiseapotheke fehlen

Eine sehr häufige Beschwerde auf Reisen, ist der Reisedurchfall, der durch exotische Speisen, heißes Klima und schlechtere hygienische Bedingungen begünstigt werden kann. Wichtig ist hier der Ersatz von Elektrolyten, damit der Kreislauf nicht beeinträchtigt wird. Lösliches Elektrolytpulver sollte daher in keiner Reiseapotheke fehlen. Für akute Beschwerden kann das schnell wirksame Loperamid empfohlen werden. Sollte jedoch Blut im Stuhl oder Fieber auftreten, ist es wahrscheinlich, dass eine Virus- oder bakterielle Infektion vorliegt. Hier ist ein Arztbesuch anzuraten und Loperamid darf nicht verwendet werden.

Alternative zum Reisekaugummi

Reisekrankheit kann die schönste Busfahrt oder Seereise zum Albtraum werden lassen. Erste Symptome sind Müdigkeit und Kopfschmerzen, bis hin zu Übelkeit und Erbrechen. Hier kann man mit Reisetabletten und Kaugummis mit Dimenhydrinat Abhilfe schaffen. Als pflanzliche Alternative bieten sich Ingwerkapseln an, die auch bei Kindern ab 6 Jahren eingesetzt werden können. Bei allen Varianten sollte die Einnahme 30 min vor Reisebeginn erfolgen.

Für Wassersportler empfiehlt sich die Mitnahme von Ohrentropfen gegen Gehörgangsentzündungen. Diese enthalten meist Isopropylalkohol, Essigsäure und Dexpanthenol und können vorbeugend oder akut angewendet werden.

Falsches Auftragen mindert die Wirkung von Insektensprays

Auch Insektenschutz spielt eine wichtige Rolle. Dieser verhindert neben lästigen Stichen auch die Übertragung von Krankheiten wie Malaria oder Dengue Fieber. Die Schutzdauer eines Insektensprays kann stark variieren und hängt von Faktoren wie Temperatur, Luftfeuchte, Schweiß und Kontakt mit Wasser ab. Bei gleichzeitiger Anwendung von Sonnencreme sollte man den Insektenschutz erst 20 min später auftragen. Das Mittel der Wahl ist DEET, für Kinder unter 2 Jahren werden hauptsächlich pflanzliche Wirkstoffe verwendet.

Sonnenallergie richtig Vorbeugen

Beim Sonnenschutz sollte immer auf individuelle Bedürfnisse wie Hauttyp oder Anfälligkeit für „Sonnenallergie“ Rücksicht genommen werden. Bei der "Sonnenallergie" ist eine vorbeugende Behandlung etwa mit Calcium und Betacarotin möglich. Diese sollte jedoch immer mindestens eine Woche vor der Reise begonnen werden.  Beim Sonnenschutz sollte man möglichst auf duftstoff-, emulgator-  und konservierungsmittelfreie Produkte mit geringem Fettanteil und hohem Lichtschutzfaktor zurückgreifen.

Besonders wichtig ist die ordnungsgemäße Mitführung benötigter Dauermedikamente. Auch hier steht die Apotheke vor Ort mit Rat und Tat zur Verfügung.

Natürlich gäbe es noch viele weitere Themen, die den Rahmen dieser Kolumne sprengen würden, doch bilden die besprochenen Punkte eine solide Basis für jeden Reisenden.




Für die tägliche Arbeit an der Tara

Mag. Clemens Feldmann, Autor des Buches "Rezeptfrei in der Apotheke. Ein Leitfaden für den Freiverkauf" gibt in seiner Herba-Impulse-Kolumne regelmäßig Tipps für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger, PKA und Aspiranten zu aktuellen Fragen in der Apotheke.

Sein Buch richtete sich an alle, die sich einen Überblick über die Welt des rezeptfreien Sortiments verschaffen wollen, egal ob als Berufseinsteiger, als Untersützung für Ausbilder, oder erfahrene Apothekenmitarbeiter. Einfach aufgebaut und ausgehend von den 46 häufigsten Beschwerden enthält es Leitfäden für Beratungsgespräche, eine Übersicht möglicher Therapieoptionen ja nach Themenbereich, wertvolle Tipps aus der Praxis und Red Flags, die eine Selbstmedikation ausschließen.